3. Wie sehen Bekannte / Verwandte die Situation ?


Der austauschende Aspekt in der Phase der Betroffenheit bezieht sich auf die Einschätzungen der eigenen Befürchtungen und Wünsche durch das nahe Umfeld. Personen des Vertrauens - Familie, PartnerInnen, FreundInnen, gute Bekannte - werden nach ihren Einschätzungen der Situation und den Einflussmöglichkeiten befragt.

 

Die Leitfrage `Wie sehen Bekannte / Verwandte diese Situation ?´ bezieht sich auf die Beschreibung der Situation und ebenso auf eine mögliche Bewältigung aus der Perspektive vertrauter Personen.

 

Das Wissen über die Situations-Sichtweisen anderer kann hilfreich sein, um die eigene Einschätzung zu überprüfen und auch neue Anregungen für die Bewältigung der Situation zu erhalten.

 


3.1 verschiedene Personen befragen

Durch das Befragen verschiedener nahestehender Personen werden weitere Betrachtungen auf die Situation ermöglicht. So gewinnt man neues Wissen über die Situation. Eine Frau aus einer BürgerInneninitiative beschreibt dies so: „Die Kernmannschaft, die da zum ersten Treffen gekommen ist, die war natürlich identisch mit dem Freundeskreis, den ich vorher auch schon gehabt habe.“

 

3.2 Sichtweisen vergleichen

Die verschiedenen Sichtweisen werden mit den eigenen verglichen. Dabei wird das Urteil über die eigene Situationseinschätzung geprüft. Die Erkenntnis, dass die Situation von anderen ähnlich erlebt wird, und diese eventuell auch emotional betroffen sind, bringt oft eine erste Entlastung mit sich. „Man weiß dann, dass man nicht alleine auf der Welt ist mit diesem Problem.“, sagt ein Mitglied einer Selbsthilfegruppe.

 

3.3 Aufzeichnungen machen

Aufzeichnungen über die Hervorhebung besonderer Merkmale der Situation durch andere machen einen gezielten Vergleich und damit eine vertiefende Situationsanalyse möglich.

 

3.4 `Rundmails´ versenden

Das Versenden von `Rundmails´ mit der Bitte um die Einschätzung der Situation kann einen zusätzlichen unterstützenden Effekt schon in der Phase der Betroffenheit hervorbringen. Der Gründer einer Initiative, die sich regelmäßig über den Zeitraum von 5 Jahren getroffen hat, um über politische Entwicklungen zu reflektieren und politische Aktionen zu setzen, beschreibt seine ersten Schritte in der Kontaktsuche zu anderen so: „Da habe ich an Menschen aus dem Bekanntenkreis gedacht. Und dann bin ich plötzlich vor der Frage gestanden, also wie viele Leute kenne ich eigentlich, die mit so einem Thema überhaupt etwas anfangen können oder die sich damit auseinandersetzen wollen. Da bin ich dann auf eine Liste von 35 Adressen gekommen. Und habe mir gedacht, das ist schon viel. Ich meine, heute habe ich 3.500 Adressen im Mailverteiler.“

 

Eine Beraterin zivilgesellschaftlicher Gruppen beschreibt die Kontaktsuche in der Phase der Betroffenheit: „Die Menschen wollen wissen. Das ist der Unterschied zur Schule. Sie wollen wissen und suchen daher nach mehr Wissen.“

 

Sei der Wandel, den Du Dir wünscht.