4. Wem kann ich meine Sorgen und Wünsche mitteilen?


Beim Agieren in erweiterte Teilöffentlichkeiten während der Phase der Betroffenheit werden Personen kontaktiert, von denen man sich aufgrund ihrer Profession Hilfestellungen erwartet. Diese Personen sind in der Regel ein Stück weit außerhalb des persönlichen, vertrauten Umfeldes. Es können politische FunktionsträgerInnen, VerwaltungsmitarbeiterInnen, Menschen in helfenden Berufen, Stadt- und RegionalentwicklerInnen, zivilgesellschaftliche Akteure, ... sein. Im Rahmen dieser Kontakte werden zentrale Veränderungswünsche an einen größeren Personenkreis artikuliert. Im Unterschied zum Kontakt mit dem nahen Umfeld steht in dieser Phase weniger das Suchen nach Perspektiven von anderen, sondern vielmehr das Artikulieren von Wünschen im Vordergrund, um professionelle Hilfestellung von diesen `Begleitungsprofis´ zu erhalten.

 

Durch die Leitfrage `Wem kann ich meine Sorgen/meine Wünsche mitteilen ?´ können professionell unterstützende Personen erkannt und kontaktiert werden.

 

Zu wissen, welche Personen in dieser Situation professionell begleiten, kann hilfreich sein, um emotionale Unterstützung bei der Bewältigung der Situation zu erhalten bzw. auch um Kontakte zu weiteren betroffenen Personen zu finden.

 


4.1 Begleitungsprofis kontaktieren

Im Kontakt mit Begleitungsprofis werden die eigenen Sorgen und damit verbunden die wichtigsten Wünsche ausgesprochen. Unterstützendes Hintergrundwissen über die Situation - aus professioneller Sicht - kann erworben werden.

 

4.2 Erwartungen hinterfragen

Im Kontakt mit professionellen BegleiterInnen werden Erwartungen hinsichtlich der Situationsveränderung und der eigenen Steuerungsfähigkeiten gemeinsam besprochen. „Der Sozialarbeiter und ich haben dann über diese Situation sehr lange gesprochen. Er fragt mich, was ich für Erwartungen habe. Ich war sehr überrascht über diese Frage. Ich meine, eine Erwartung hat man ja nicht in so einer Situation. Aber nach der halben Stunde bei ihm war mir klar, dass ich eigentlich erwartete, dass die ganze Situation schlechter werden würde und ich sowieso nichts machen kann. Andererseits habe ich mir auch gedacht, es kann sich aber doch etwas verändern. Man schwankt dann zwischen einem Haufen Pessimismus und einem Funken Optimismus.“, erzählt eine Frau aus einer Selbsthilfegruppe.

 

4.3 `Bild der Unterstützung´ malen

Durch das Malen von `Bildern der Unterstützung´ wird das Wissen, um die Unterstützung durch andere verbildlicht. Gerade in der Phase der Betroffenheit kann das Malen von Bildern der Situation, der Stärke und der Unterstützung sehr hilfreich sein, um einen spielerisch-kreativen Umgang mit der belastenden Situation zu finden.


4.4 Multiplikatoren ansprechen

Zusätzlich zu den Begleitungsprofis können auch Multiplikatoren - zum Beispiel Menschen in der Medienarbeit - angesprochen werden, um nicht nur Wissen zu erwerben, sondern auch das Wissen um die eigene Betroffenheit weiterzugeben.

„Wenn mich was so stört, dass ich die Wände raufgehe, dann schreibe ich einfach einen Leserbrief. Dazu brauch ich nicht viel Faktenwissen sammeln, sondern setz mich einfach hin und schick per mail meine ersten Gedanken.“ erklärt ein langjähriger aktiver Bürger in einem Agenda 21 Projekt.

 

Sei der Wandel, den Du Dir wünscht.