6. Welche Ressourcen haben / brauchen wir?


 

 

Beim Einschätzen der Kompetenzen als Gruppe werden vorhandene Ressourcen gefunden. Im zweiten Schritt werden die benötigten Ressourcen definiert, um drittens vorhandene mit benötigten Ressourcen zu vergleichen. Die betrachteten Ressourcen sind eine vielfältige Werkzeuglade: Wissen, Zeit, Geld, Räumlichkeiten, Kontakte, Mitarbeit, Ideen, Motivation, ...

 

Die Leitfrage `Welche Ressourcen haben / brauchen wir ?´ bezieht sich auf den Vergleich zwischen benötigten und vorhandenen Ressourcen.

Das Wissen über die Differenz zwischen benötigten und vorhandenen Ressourcen ist Grundlage für das Suchen und Entwickeln von weiteren Möglichkeiten, die gebraucht werden, um mehr Steuerungsfähigkeiten im Laufe des Empowerment-Prozesses zu entwickeln.

 

6.1 Brainstorming durchführen

Um in der Phase der Unterstützungssuche die benötigten und vorhandenen Ressourcen an Wissen, Zeit, Geld, Räumlichkeiten, Kontakte, Mitarbeit, Ideen, Motivation , ... zu finden, kann die Gruppe ein `Ressourcenbrainstorming´ durchführen. Dabei werden alle benötigten und vorhandenen Ressourcen, die der Gruppe spontan in den Sinn kommen, schriftlich festgehalten.

 

6.2 Ressourcenkatalog erstellen

Beim Erstellen eines Ressourcenkataloges werden die vorhandenen und benötigten Ressourcen ähnlich einer buchhalterischen Soll-Haben Rechnung zusammengefasst. Der Mitbegründer einer österreichweiten Selbsthilfegruppe beschreibt diesen Prozess folgendermaßen: „Ich habe mir unsere Ressourcen auch mit meinem Verständnis als Techniker angeschaut. Was ist das gesetzte Ziel? Wie sind die einzelnen Schritte? Welche Werkzeuge oder Ressourcen brauchen wir dazu? Und dann hat sich sehr schnell herausgestellt, dass es eine Fülle von Möglichkeiten gibt. Aber die Leute haben sich über diese einzelnen Schritte nicht immer sehr konkrete Gedanken gemacht. Dann aber sind Ideen aufgekommen von Tauschbörsen etwa. Man braucht für das alles Ressourcen, aber es muss nicht immer Geld sein. Es geht auch um Wissensressourcen, wo ich was günstig und schnell erhalte. Da muss man einen Überblick gewinnen.“

 

6.3 regelmäßige Treffen protokollieren

Regelmäßige Treffen sind ein wesentlicher Faktor für den gruppeninternen Wissenstransfer. Durch die persönliche Begegnung werden verschiedene Erfahrungen berichtet und neues Wissen kann erworben, entwickelt und verteilt werden. Die verschiedenen Wissensinhalte der Gruppe werden dabei immer wieder in Bewegung gebracht. Vor allem die Regelmäßigkeit der Gruppenarbeit dient dem internen Wissenstransfer. Durch das Protokollieren der Gruppentreffen ergibt sich erstens eine Strukturierung der gemeinsamen Zusammenkünfte. Zweitens veranschaulichen die Protokolle die Gruppe als Ressource. Das unterstützende Potential der Gruppe kann leichter erkannt werden. So beschreibt eine Frau, die Mitglied in einer selbstorganisierten Mütterrunde ist: „Wir sind dann zu dem Punkt gekommen, dass wir unsere gemeinsamen Treffen ein wenig besser strukturieren sollten. Dazu übernimmt eine Frau abwechselnd das Protokoll schreiben und eine andere moderiert unsere Sitzungen. Das bringt schon etwas.“

 

6.4 andere nach den Stärken befragen

„Ein Gegenüber zu haben, das auf die eigenen Kompetenzen aufmerksam macht, unterstützt ungemein“, meint eine Frau aus einem Stadtteilprojekt. Durch das Befragen von anderen nach den wahrgenommenen Stärken der Gruppe wird eine Außensicht auf die Arbeit der Gruppe eröffnet. Zugleich präsentiert sich die Gruppe als Zusammenschluss von Betroffenen.

 

Sei der Wandel, den Du Dir wünscht.