8. Was wissen andere bzgl. einer Situationsbewältigung?


 

 

Beim Agieren in weitere Teilöffentlichkeiten während der Phase der Unterstützungssuche steht das Finden von Lösungswegen im Vordergrund. In der gemeinsamen Recherchearbeit werden verschiedene Wissensquellen aufgesucht. Dem Kontakt nach außen geht eine Einschätzung des allgemeinen Wissensvorrates der Gruppe voraus. In einem weiteren Schritt wird überlegt, wer über welches Wissen bzw. welche Ressourcen zur Situationsbewältigung verfügt. Dementsprechend werden WissensträgerInnen befragt, von denen man sich Lösungsvorschläge erwartet, oder es wird etwa im Internet nach benötigtem Wissen recherchiert.

 

Durch die Leitfrage `Was wissen andere bzgl. einer Situationsbewältigung ?´ können Personen erkannt und kontaktiert werden, die ihr Wissen weitergeben.

Das Wissen anderer bezüglich einer Situationsbewältigung kann hilfreich sein, um eigene und neue Handlungsmöglichkeiten zu erkennen.

 

8.1 Recherchearbeit aufteilen

Beim Suchen von benötigtem Wissen ist das Aufteilen der Recherchearbeit sinnvoll. Die Suche von Lösungswegen kann auch zum Gutteil durch Recherche im Internet geschehen. Ein erfahrener zivilgesellschaftlicher Akteur berichtet: „Also wenn ich dringend Informationen brauche, sei es über eine Situation oder Personen, dann ist gleich das Internet mein erster Weg.“  Zu Beginn der Recherchearbeit erweist sich das Anlegen eines Strukturierungsmodells für das benötigte Wissen als nützlich. Eine zivilgesellschaftliche Wissensmanagerin berichtet: „Wissen sammeln kann jeder. Das Sammeln von Wissen ist überhaupt nicht das Problem, sondern das Filtern, das Ordnen und das Entscheiden, was ist jetzt relevant für uns. Und später bei der Weitergabe des Wissens überlege ich mir, wie bringe ich es dann so, dass die Menschen nach einer halben Stunde mehr wissen wollen, weil sie zugehört haben.“

 

8.2 Handlungstabelle erstellen

Mit Hilfe einer Handlungstabelle kann Wissen strukturiert und bewertet werden. Ein solche Tabelle setzt die kurzfristigen bis langfristigen Ziele mit den vorhandenen und benötigten Ressourcen des Ressourcenkatalogs in Verbindung. Benötigte Ressourcen werden hinsichtlich ihrer Relevanz bewertet. Zudem werden die verschiedenen Handlungsalternativen nach ihren erwarteten Auswirkungen auf einen selbst und auf andere eingeschätzt. Damit wird Orientierung für zukünftige Lösungswege entwickelt. Die Entwicklung solcher Handlungstabellen kann durchwegs spielerisch erfolgen, wie ein Mitglied einer BürgerInneninitiative berichtet: „Wir haben in der Gruppe mögliche Aktionen in Form von Rollenspielen durchgespielt. Eine war Bürgermeisterin, der andere der Straßenbetreiber. Der Rest von uns hat dann durchgespielt und wir haben gesehen, wie die Bürgermeisterin reagieren könnte.“

 

8.3 `Wissenslandkarte´ zeichnen

`Wissenslandkarten´ sind Verbildlichungen von Wissensinhalten verschiedener Personen, die unterschiedlich nahe - von SympathisantInnen bis zu GegnerInnen - zu den Anliegen der Gruppe stehen. Sie zeigen, wer welches Wissen über die Situation und deren Umgang damit hat. „Ich brauche einen guten Überblick, denn wenn ich nicht weiß, wo es etwas gibt, ist es schwierig, danach zu suchen.“, beschreibt ein Regionalentwickler seine Bedürfnis, Wissenslandkarten zu erstellen.

 

8.4 regelmäßig nachfragen

Der regelmäßige Kontakt mit anderen kann helfen, neues Wissen zu erhalten in Situation, die sich rasch verändern. Ausserdem kann persönliche Verbundenheit und Sympathie mit der Gruppe entstehen. Ein Lokalpolitiker dazu: „Wenn ich ein persönliches Gespräch mit jemandem geführt habe, der ein Problem hat, dann ist das etwas anderes, als wenn man ein Mail oder einen Brief bekommen hat. Denn das Thema ist der Anonymität im politischen Alltagsgeschäft enthoben.“

 

Sei der Wandel, den Du Dir wünscht.